Sonntag, 29. März 2015

Superherri

Meine neue Tastatur

Wenn man, so wie ich, eine neue Tastatur sein Eigen nennt; eine die so geil klackert, wie damals, dann ist man eigentlich erst mal gezwungen was zu schreiben. Auch wenn man sich im Grunde gar nicht sicher ist was und verdammt noch mal worüber. Das spielt auch zunächst keine Rolle. Das Geräusch allein ist hypnotisch genug, bis einem klar wird, dass einem die Welt zu Füßen liegt.

Als ich neulich über Barsinghausen flog, mein Cape flatterte im Wind, 

Samstag, 27. Dezember 2014

Das Paket

Es war morgens, halb eins, weil es klingelte, aber welches?
Media Control?, danke ich würde jetzt nicht möchten. Aber sie dürfe gerne raten wie viel Latten meinen Zaun noch zieren. -Wie jetze.
War ohnehin Zeit für'n Kaffee. Ich entnahm noch eben den Nachrichten, dass der Wind beabsichtigte zu drehen und begab mich auswärts. Den Schuhen auf der Treppe wich ich aus.
Die ganzen Gestalten wirkten unzufrieden, als wäre eine Heimsuchung nicht annähernd überwunden. Ihre Leiber, unrühmlich verpackt, wirkten auf mich, als hätte Poseidon Wundsekret. Mit derselben Aversion begegnete ich auch dem Kleinadel. Ich war auf Krawall aus, man konnte das sehr deutlich beobachten.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Das Türentheorem

Neulich fragte mich meine Frau, warum plötzlich die Türen in unserem Hause an den Zargen schleifen. Da steht ein Haus seit den 50er-Jahren und mit einem Mal schleifen die Türen. Das war ja bisher nicht so gewesen, ob es nun Sommer oder Winter war. Und man sagt ja, so ein Haus arbeitet und das alles. Aber wenn drei Türen auf einmal beginnen zu schleifen, kommt man schon ins grübeln. Im Grübeln bin ich normal nicht schlecht, wenn ich nur mehr Zeit hätte, aber wem sag ich das. Das steht auf einem anderen Blatt und wenn es sich nur um den Rand eines Bierdeckels handelt.
Als sie letztes Jahr die Straße westlich nebenan neu gemacht haben, sind die Baufahrzeuge allesamt auf unserer alten Straße zu der Baustelle hin gedonnert.

Sonntag, 11. November 2012

Balibook of Ben and Bob


Das Reisetagebuch der Balireise 2012

jetzt neu: immer noch ohne Inhaltsverzeichnis

Mittwoch, 2. Mai 2012

Deutsche Sprake


"Ja ja, ich bin auf der Hut", sagte ich und legte auf, vielmehr klappte ich das Teil zusammen. Stunden später geriet ich ins Stocken. Das war an einem Ort an einer Kasse in der Stadt wo mir urplötzlich der Gedanke kam: "Am besten, er nähme seinen Hut". Und von da an verfiel ich der Grübelei.
Wie brächte man einem Typen wie Freitag, dem Kumpel von Robinson Crusoe, die deutsche Sprache bei, wenn er sich solchen Aussagen gegenüber sähe.
Ja ja, ich bin auf der Hut. Freitag kennt ja vorerst den Dativ nicht; Ich bin auf dem Hut. Da man ihm aber vorab lehrte, es handele sich bei einer Kopfbedeckung um den Hut, also der Hut, glaubt er fortan so macht man Sätze oder Witze. Robinson, seineszeichens sehr belesen, macht ihm aber klar, dass die Hut gemeint ist. Im Sinne von Hüter nicht Hutmacher. Am Ende hängt bei Freitag die Zunge raus und seine Augen sind verdreht, so wie bei Clever & Smart.
Wenn Freitag Pech hat fällt das auf den gleichen Tag wie das Schreiben vom Amt, welches einen Jeden im Grunde jeden Tag erreichen könnte;
"Ihre Anspruchsforderung ist nicht im Sinne der Frau." Wieso der Frau? "Klar alles", Freitag sagen, in diese Sprake bestimmte Artikel sein egal. "Aber bestimmt", sagt Crusoe dann und baut an seiner Hütte weiter.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Gachtenzeit

Dem letzten Trainingscamp kaum entronnen, sortierte ich nochmal meine Werkzeuge, die Zeitzeugen der Vergänglichkeit. Ich wollte, dass es jetzt passiert. Also griff ich in die Transporttasche und holte eine heraus. Sie glänzte. Sie lag gut in der Hand und fühlte sich kalt an. Ich wußte, wenn ich den Zünder zog, würde hier gleich alles explodieren, dann dauerte es nur noch 13 Sekunden... . Denn ich konnte den Kehlkopf zurück klappen. Deshalb verzichtete ich auch auf Bügelflaschen. Ich wollte keine blaue Nase.
Aber das nur am Rande. In Wahrheit sieht die Welt ganz anders aus. In Wahrheit pfeifen es die Vögel von den Dächern, aber in einer Lautstärke, da bist du fast froh, wenn du aufstehen darfst. Da wird endlich Sommer, und du pennst schon wieder bei geschlossenem Fenster, weil du ne Elster im Baum hast. Einerseits freut man sich über jeden Singvogel, den die Elster und die Krähe haben überleben lassen, aber nicht so früh morgens.

Damals im Herbst, als die alte Tanne noch stand, wurde sie septembermäßig gerne von einem Schwarm Spatzen besucht, die allesamt scharf waren auf die Holunderbeeren, hinten am Zaun nach Ecki hin. Die Tanne mußte leider weichen, weil sie zu groß wurde für das Fundament. Eigentlich war das ne tolle Sache mit den Vögeln. Wie die da rumgedrallert sind, und ich sah fasziniert aus dem Fenster und schnitt mir dabei in die Hand oder warf irgend etwas um. Sie haben sich aufgeteilt und sind abwechselnd als Gruppe zu mind. 30 von der Tanne im Sturzflug auf die Holunderbeeren und wieder zurück. So sei ein Entschluss gefasst. Eine neue Tanne muss her. Ich hab auch schon einen Platz ausgespäht. Die Mitte des Gartens soll es sein. Mitten rein. Leider steht genau dort ein uralter Baumstumpf. Dann weiß ich ja, was ich diesen Sommer zu tun habe. Ich möchte in ein paar Jahren eine schöne Tanne in der Mitte meines Gachtens. Am besten schonmal von vornherein ne Außensteckdose daneben. Siehste? Und schon wird die Angelegenheit wieder teuer. Man kann nicht mal eben einen Spaten und eine Spitzhacke nehmen und irgendwas ausgraben. (Immer wieder lande ich an diesem Punkt, als drehe sich alles immer nur ums Umgraben.) Kaum hat man ein Loch gebuddelt, lohnt es sich auch schon dort Strom hinzulegen. Das ist wie mit den Kassenbons. Wenn man die, wie ich, übereinander stapelt, bis sie von selber umfallen, bräuchte man nur annehmen, das auf jedem achten ein neues Gerät mit Netzstecker drauf ist. So kann ich hochrechnen, innerhalb welchen Zeitraums mein Strombedarf 4,5 Megawatt überschreitet. Theoretisch. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Wollen wir erstmal den ersten Spatenstich sehen, bevor hier Töne gespuckt werden. Nur ist es ja so; wenn ich schon mal Strom nach'n Tannenbaum hinlege, kann ich ja auch gleich ne Abzweigung machen, dass der Fahrradunterstand endlich mal Licht kriegt. Mit so Bewegungsmelder vielleicht.
Am Ende ist der halbe Garten zerfurcht wie Dieter Bohlens Hackfresse, überall Steckdosen und aus dem nächsten Schnee ragen irgendwelche Kabel.
(Später)
Das mit dem Baumstumpf war schnell erledigt. Halber Samstag. Das Ding war schon so vergammelt, sah man ihm erst gar nicht an. Die unlängst daran rankende Rose wurde woanders hingepflanzt und ist eingegangen.
Jetzt steht dort ein Tannenbaum, der im Terrakotzatopf prächtig gedieh, nun aber im Boden braune Zweige bekommt. Kapier ich nicht. Hat er es nicht besser jetzt? Liebte er den Schatten mehr? Dabei hat mich ne Zecke erwischt, ins Bein. Meine Erste überhaupt. Musste Antibiotika fressen, weil es irgendwann rot wurde. Wenn der Baum eingeht, war das die Nullnummer schlechthin. Traut man sich da überhaupt noch irgendwas in Angriff zu nehmen? Im Rasenmäherschuppen hängt ein Wespennest, auf dem Dach werden Schwalbennester von Mardern geplündert. Bei uns ist immer was los.
Ich seh mich schon da stehen, bringe Nachts das Fahrrad zum Unterstand, das Licht geht an und schreckt die Wespen auf. Ich werde gestochen, trete in eine Bärenfalle und verbrenne mir an irgendwas die Hand. Am besten macht macht gar nichts. Einfach nur lesen oder so. Reagge hören.

Do 12. Sep 2019
Um die 8 Jahre später
Nachdem diese Geschichte durch einen Festplattenzwischenfall für Jahre verschollen war, bin ich nun dazu gekommen sie zu rekonstruieren, auch oder besser nur dank der Hilfe eines guten Kumpels, der sich mit sowas auskennt.
Die Tanne ist angegangen, sie ist mittlerweile 4 Meter hoch. Jetzt, also erst 8 Jahre später liegt dort auch Strom, zumindest schon mal das Kabel. Wofür wird sich zeigen. Bisher gings auch ohne, ist ja auch alles mit Lithium Ionen Akku heutzutage. Die halten länger als Du es draußen aushältst. Sogar bis die Sonne schon wieder aufgeht und Du denkst: alter schon wieder diese Sonne.
Gegen Spatzen habe ich mittlerweile eine Agonie entwickelt. Die können mich alle voll am Arsch. Während der Balz und Aufzucht ist bei uns die schiere Hölle los. Liegt aber wohl auch daran, dass Schlaf als solches wichtiger geworden ist als noch vor 8 Jahren. Nicht gesunder Schlaf sondern überhaupt welcher. Meine damalige Fütterwut und die eines Nachbarn haben unseren Garten zu einem Vogelparadies werden lassen und jetzt scheißen sie alles voll, die Arschlöcher. Ich hab selbst Schuld. Supersoaker mit Kurbel hilft schon mal gar nicht, nicht bei Spatzen, die lachen sich höchstens schlapp. Schon lustig, wie sich mit der Zeit meine Meinung um 180° gedreht hat. Früher noch der fröhliche Hobbyornithologe, heute ein verbitterter Sack. Wenn man als junger Mann keine Ahnung hat, darf man nicht helfend in die Natur eingreifen. Ein Dach voller Spatzen ist etwas anderes als eine Schmetterlingswiese, lasst Euch das gesagt sein.
Die Wespen kommen jedes Jahr wieder und bauen irgendwo anders und nerven beim Grillen. Schlimmer als die Mäuse sind eigentlich die Katzen, die mitten auf den Rasen scheißen, wo man eigentlich gerade barfuß Wäsche aufhängen wollte.
Aber am schlimmsten ist der Mensch, der Typ mit der Maus. Den kannste echt vergessen. Wird Zeit, dass er drauf geht, umso eher erholt sich der Planet wieder. Dann können die nächsten intellektuellen Intelligenten in 100 Millionen Jahren aus unseren vermüllten Sedimenten wieder Öl gewinnen und der ganze Mist geht von vorne los.

Samstag, 2. April 2011

Gebrauchter Tag

Liebes Tagebuch
da hast Du mir ja wieder einen tollen gebrauchten Tach angedreht. Aufgeschwatzt hast Du ihn mir, drangsaliert hast mich schon zu Beginn mit diesem nervigen Gepiepe.
In aller Früh umsonst nach Bad Nenndorf, im englischsten aller Sinne. Da gibt es eine Ärztin, wo man schon eine Stunde vorher im Foyer in einer Schlange stehen muss, bevor sie überhaupt aufmacht. Weil sie gut ist – klar, und weil alle das wissen. Ich zahlte Lehrgeld und kam wenige Minuten zu spät. "Sie sind umsonst so früh hoch, sie müssen das ein andermal nochmal machen, aber früher, Herr äh..."
Dann eben Baumarkt: für Omma ne Einhandhebelmischarmatur für ein Untertischgerät mit Niederdruck. Na ja, das hat wenigstens geklappt, sofern es morgen nicht irgendwo tropft. Ich sage, „Omma“, sage ich, ich sage „Omma, musste mal ab und zu bei, mitte Taschenlampe“, ich sage, „ob’s tropft“, sag ich.
Aber dann: Hühner abgehauen, Müllsack von der Katze zerfetzt, Tank alle, neue Butter auspacken, falsche Mütze auf, es nahm kein Ende. Die Ereignisse stürzten auf mich hernieder: Kippen vergessen, kein Netz, Gegenwind. Handy alle, Duschzeug leer. Knopf reisst ab, Joghurtdeckel durchgerissen, Tasche kippt um, was für ein Montag.
Wenigstens hat der Junge, dieser Racker, mir heute Mittag noch schnell, zwischen Suppe und Kartoffeln, seine neue Anschlagtechnik auf der Uke demonstriert. Scheiße, er hat mich, dieser Haderlump. Er ist schneller als ich. So gesehen, war der Tag doch nicht so schlecht. Vielleicht fallen bei ihm morgen ja wieder 2 Stunden aus, so wie heute, dann können wir uns mal ein bisschen um den Rhythmus kümmern, denn da hapert’s bei ihm noch. Da kann ich noch punkten. Das dauert aber auch nicht mehr lange, achte drauf, dann ist Sense mit der Vorherrschaft. Dann bin ich für ihn nurmehr ein sabbernder, klampfender Idiot, dessen ewig gleiches Geplänkel die Katzen verscheucht.

Superherri

Meine neue Tastatur Wenn man, so wie ich, eine neue Tastatur sein Eigen nennt; eine die so geil klackert, wie damals, dann ist man eigentl...